DSL News vom 11. April 2007

Deutlich mehr Breitbandzugänge über das TV-Kabel

Die Mitglieder des Deutschen Kabelverbands haben im Jahr 2006 die Zahl ihrer Breitband-Internetanschlüsse von 114.000 auf 390.000 mehr als verdreifacht und die Zahl der Telefonkunden im selben Zeitraum von 63.000 auf 293.000 nahezu verfünffacht. Auch die Anzahl der Pay TV-Kunden wurde in 2006 von 575.000 Kunden auf 1.234.000 mehr als verdoppelt. Die Verbandsunternehmen Kabel Deutschland, Kabel BW (Baden-Württemberg) und Unity Media mit den Netzen in Hessen (iesy) und NRW (ish) melden in ihren jüngsten Quartals- und Jahresberichten Wachstumsraten für Kabel-Internet, -Telefon und Pay TV, die sich deutlich überproportional zum Gesamtmarkt bzw. DSL-Wettbewerb entwickeln.

Die Investitionen in Netzausbau und die Einführung von Triple Play soll gegenüber dem letzten Jahr nochmals deutlich gesteigert werden. Derzeit haben rund 13,5 Millionen Haushalte, das sind rund die Hälfte aller Kabelhaushalte in Deutschland, Zugang zu Breitband-Internet und -Telefon aus dem Kabel. Bis Jahresende sollen es über 19 Millionen Haushalte sein. Nach dem Rekordjahr 2006 mit Investitionen von rund 365 Millionen Euro steigern Kabel Deutschland, Kabel BW und Unity Media ihre Investitionen in 2007 mit 512 Millionen Euro auf über eine halbe Milliarde Euro.

Die Kabelnetzbetreiber nutzen dabei die technischen Systemvorteile des Kabels, dazu gehören vor allem die enormen Leistungsreserven, die im ausgebauten Netz deutlich über zwei Gigabyte/s liegen. Zudem gibt es bei Kabel Internet keine Zwangstrennung nach 24h und es ist kein T-Com Telefonanschluss mehr nötig. Einzige Voraussetzung zur Nutzung der Breitbandangebote ist ein TV-Kabelanschluss. Die Kabelunternehmen sind zunehmend auch in Gebieten aktiv, in denen Breitband über DSL entweder gar nicht oder nur mit reduzierten Bandbreiten verfügbar ist. Dabei spielt das Kabel seinen technischen Vorteil gegenüber DSL aus, da anders als bei DSL die dem Endkunden zur Verfügung stehende Bandbreite nicht mit der Entfernung zwischen dem Haushalt und der Kopfstelle abnimmt. Jeder an ein aufgerüstetes Kabel angeschlossene Kunde kann, unabhängig von seiner Lage, den Service in gleicher Qualität in Anspruch nehmen. Dies verschafft dem Kabel insbesondere in Flächenstaaten wie Bayern oder Baden-Württemberg einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.

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